Cartographie automatique

Ölfarbe auf Papier, alle Blätter 35 x 50 cm, 1991

Sehr selten, aber umso faszinierender sind die Phänomene der Selbstabbildung in der Natur. So gibt es etwa den Mimik-Oktopus, der nicht nur in der Lage ist, Untergründe in seiner Haut plastisch und farblich nachzubilden, sondern auch andere Meerestiere in ihren Bewegungen zu imitieren. Es gibt in Japan Steine (Suiseki), die ganze Bergmassive nachbilden und es gibt den Laubenvogel, der mit seinen  Ausstellungen gar menschliche Kulturleistungen imitiert bzw. vorwegnimmt.

Diese Kartenblätter verschwundener Archipele, Deltalandschaften und eisbedeckter Kontinente sind gleichsam von der Natur gezeichnet worden. Dabei schwamm die Ölfarbe auf der Oberfläche von Wasser, bildete ihre eigenen Formen aus und wurde, ohne weitere Eingriffe, durch das Auflegen eines Blattpapiers in einem Augenblick fixiert. Eine Momentaufnahme im wörtlichen Sinne, um das «Wissen des Wassers» zu erhaschen.