Collateral drawings
Es passiert ja immer etwas. Und gleichzeitig passiert immer etwas anderes. Allerdings nicht nur etwas anderes, sondern viel anderes. Und darunter ist immer etwas, was viel schlimmer ist als das, was einem passiert. Und je dramatischer die Sache, respektive die Mitteilung davon, desto eindringlicher ist Forderung nach Zuwendung. Alles andere liegen lassen!
Auch wenn die Welt mal nicht gerettet werden will – sich mit der Kunst und gleichzeitig mit sich selbst zu beschäftigen, ist immer eitel. Ist immer eine Abwendung von jenen, die zumindest gehört werden möchten. Allerdings gibt es diese aufmerksame Zerstreuung, die sich dem unablässigen Geschehen zumindest öffnet. Eine Durchlässigkeit entwickelt, bei der dem Bild- und Gedankenstrom wie eine Folie abgezogen werden kann, ohne dabei ständig «ICH» zu sagen. Doch es bleibt immer noch schmerzhaft, die sinnlosen Kriegsereignisse wahrzunehmen, aber ja, wir leben einfach weiter hier, ziemlich wie immer, vielleicht etwas durcheinanderer, etwas verbissener, etwas selbstabgewandter? Aber der Sprachlosigkeit etwas abringend.